Problem und Ziel:
Klimaforscher aus der ganzen Welt haben anlässlich des G20-Gipfels im Jahre 2017 eine
Faktenliste zusammengestellt, die den bereits eingetretenen massiven Klimawandel
deutlich belegt:
1. Die Luft an der Erdoberfläche hat sich bereits erheblich erwärmt;
2. Seit mehreren Jahrzehnten zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend;
3. Die Häufung von Temperaturrekorden in den vergangenen Jahren ist höchst
ungewöhnlich;
4. Die Ozeane haben sich deutlich erwärmt;
5. Der größte Teil der globalen Erwärmung wird in den Meeren gespeichert;
6. Der Meeresspiegel steigt;
7. Der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt stetig zu;
8. Die Ozeane versauern;
9. Grönland verliert massiv Eis;
10. Gletscher und Schnee verschwinden;
11. Das Meereis rund um den Nordpol wird stetig weniger;
12. Auch in Deutschland ist der Klimawandel bereits unübersehbar;
13. Markante Zunahme von Hitzeereignissen
14. Das Risiko von Hochwassern nimmt zu;
15. Schwere Gewitter richten große Schäden an;
16. Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt;
17. Pflanzen und Tiere reagieren auf die allgemeine Erwärmung;
18. Land- und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich die Folgen des Klimawandels.
Vgl.: https://www.klimafakten.de/meldung/klimawandel-eine-faktenliste
- / Ergebnisse mitgetragen u.a. von: Deutscher Wetterdienst (DWD), Deutsche Meteorologische
Gesellschaft (DMG) und Deutsches Klima-Konsortium (DKK).
Wissenschaftler sind sich einig: Die Aufforstung von Wäldern wäre eine effektive
Maßnahme, um Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren. Die Eidgenössische
Technische Hochschule Zürich (ETH-Zürich) hat in einer weltweit beachteten Studie vom
Juli 2019 dargelegt, dass eine weltweite Aufforstung von Wäldern ein wirksmes Mittel
wäre, den Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren. Die Forscher kommen zu dem
Schluss, dass schnell gehandelt werden muss, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die
Wälder reifen und ihr Potential als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen.
Vgl.: https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/07/wie-baeumedas-
klima-retten-koennten.html
Wenn sich viele Gemeinden auf dem ganzen Globus mit ihren Bürgerinnen und Bürgern
an der Aufforstung der Wälder beteiligen, hat die Menschheit die Chance, den
Klimawandel deutlich abzuschwächen und für die nachfolgenden Generationen
lebenswerte Lebensverhältnisse auf der Erde zu erhalten.
Amöneburg sollte seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und im Amöneburger Stadtwald
die vorhandenen Lichtungen aufforsten, kranke Waldbestände durch das Bepflanzen von
robusten Bäumen ersetzen und langfristig durch den stetigen Erwerb von umliegenden
Flächen zur weiteren Bepflanzung den Stadtwald immer weiter vergrößern. Dieses Projekt
sollte langfristig auf viele Jahrzehnte ausgerichtet sein, möglicherweise sogar für den Rest
des ganzen Jahrhunderts. Amöneburg würde damit einen wichtigen und sichtbaren
Beitrag gegen die Klimaerwärmung erbringen und würde sich der Verantwortung vor allem
für die jüngeren Generationen gegenüber zum Klimaschutz bekennen.

Lösung
Die Stadt Amöneburg stellt ab 2021 jährlich 25.000 € aus den Einnahmen aus der
Windenergie infolge der Beteiligung an der Waldgenossenschaft Roßdorf für die
Aufforstung von Freiflächen auf dem Gelände des Amöneburger Stadtwaldes und für den
späteren stetigen Ankauf von Grundstücksflächen am Waldrand bereit. Durch den Ankauf
und die Bepflanzung von weiteren Flächen soll die Waldfläche stetig vergrößert werden.
Die Mittel sind vorrangig zum Ankauf von Pflanzen und später auch zum
Grundstücksankauf in den Randlagen des Waldes zu verwenden.
Die Bepflanzung erfolgt unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt
Amöneburg, aber auch von sonstigen Unterstützer*innen, die sich freiwillig an jährlichen
Baumbepflanzungen beteiligen. Dabei sollte die Stadt auch darauf hinwirken,
Kooperationen mit nahegelegenen Schulen zu schließen, um langfristig in jedem Jahr
bestimmte Schüler*innen für das Projekt zu gewinnen.
Ferner sollten die städtischen Jugendbetreuerinnern und Jugendbetreuer in das Projekt
mit einbezogen werden, und bei ihrer Jugendarbeit auch das Thema „Klimaschutz“ mit in
den Blick nehmen und mit Jugendlichen das Projekt unterstützen.
Bei der Umsetzung des Projektes sollte die Expertise des örtlichen Forstamtes Kirchhain
herangezogen werden. Ferner sollten die Waldgenossenschaften in Roßdorf und Mardorf
gebeten werden, auch mit ihrer fachlichen Expertise das Projekt zu unterstützen.
Antrag / Beschlussvorschlag:
1) Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Amöneburg bekennt sich zum aktiven
Klimaschutz und spricht sich dafür aus, dem Klimawandel künftig durch eine stetige
Aufforstung und Erweiterung des Amöneburger Waldes zu begegnen.
2) Zur Realisierung dieses Vorhabens werden ab dem Haushaltsjahr 2021 jährlich
25.000 € aus den Einnahmen aus der Windenergie infolge der Beteiligung an der
Waldgenossenschaft Roßdorf bereitgestellt. Diese Mittel sind für den Erwerb von
Pflanzgut vorgesehen, mit dem zunächst die vorhandenen Freiflächen und
Lichtungen nach den Vorgaben der Forstfachleute bepflanzt werden sollen.
3) Sobald die vorhandenen Freiflächen bepflanzt sind, werden die jährlich zur
Verfügung gestellten Mittel zum Ankauf von Flächen am Waldrand des Stadtwaldes
verwendet, die dann wiederum bepflanzt werden.
4) Die Bepflanzung soll unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt
Amöneburg, aber auch von sonstigen Unterstützerinnen und Unterstützern
erfolgen, die sich freiwillig an jährlichen Baumpflanztagen beteiligen.
5) Der Magistrat wirkt darauf hin, Kooperationen mit nahegelegenen Schulen zu
schließen, um langfristig in jedem Jahr bestimmte Schülerjahrgänge im
jugendlichen Alter oder junge Erwachsene für das Projekt zu gewinnen.
6) Ferner sollen die städtischen Jugendbetreuerinnern und Jugendbetreuer in das
Projekt mit einbezogen werden, um bei ihrer Jugendarbeit auch das Projekt
„Klimaschutz“ mit in den Blick zu nehmen und mit Jugendlichen das Projekt zu
unterstützen.
7) Der Magistrat bezieht bei der Umsetzung des Projektes die Expertise des örtlichen
Forstamtes Kirchhain mit ein.
8) Außerdem versucht der Magistrat die Waldgenossenschaften in Roßdorf und
Mardorf für das Projekt zu gewinnen, damit auch diese durch ihre fachliche
Expertise das Projekt unterstützen können.